Datenqualität: Das Fundament jeder BI-Lösung

Data Governance

Datenqualität: Das Fundament jeder BI-Lösung

Warum 80% aller BI-Probleme eigentlich Datenqualitätsprobleme sind – und wie Sie Datenqualität systematisch sicherstellen.

Die harte Realität: „Garbage in, garbage out“ ist keine Floskel, sondern der häufigste Grund für gescheiterte BI-Projekte. Laut Gartner kosten schlechte Daten Unternehmen durchschnittlich 12,9 Millionen Dollar pro Jahr. Im Mittelstand sind es zwar weniger in absoluten Zahlen – aber relativ zum Umsatz oft gravierender.

Die 6 Dimensionen der Datenqualität

Vollständigkeit

Sind alle erforderlichen Daten vorhanden? Fehlende Postleitzahlen, leere Kontaktfelder, unvollständige Transaktionen?

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Korrektheit

Stimmen die Daten mit der Realität überein? Ist der Umsatz wirklich 120.000€ oder ein Tippfehler von 12.000€?

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Konsistenz

Widersprüchliche Daten über Systeme hinweg? „Müller GmbH“ im ERP vs. „Mueller GmbH“ im CRM sind zwei verschiedene Kunden – oder doch derselbe?

Aktualität

Sind die Daten rechtzeitig verfügbar? Ein Umsatzbericht mit Daten von vorgestern hilft nicht bei der Tagesentscheidung.

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Integrität

Referenzielle Integrität: Verweisen alle Bestellungen auf existierende Kunden? Gibt es verwaiste Datensätze?

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Konformität

Entsprechen die Daten den definierten Formaten? Telefonnummern einheitlich, Datumsformate konsistent, Währungen korrekt?

Typische Datenqualitätsprobleme im Mittelstand

  • Dubletten: Derselbe Kunde 3x im CRM mit unterschiedlichen Schreibweisen
  • Fehlende Pflichtfelder: 30% der Kundendatensätze ohne E-Mail, 20% ohne Branchenzuordnung
  • Unterschiedliche Definitionen: „Umsatz“ im ERP ≠ „Umsatz“ im CRM (brutto/netto, inkl./exkl. Rabatte)
  • Veraltete Daten: Kontaktpersonen, die seit Jahren nicht mehr im Unternehmen arbeiten
  • Manuelle Eingaben: Freitextfelder statt Dropdowns → keine Auswertbarkeit

Datenqualität systematisch verbessern

01

Daten-Audit durchführen

Systematische Analyse aller relevanten Datenquellen: Vollständigkeit, Dubletten, Format-Probleme, Inkonsistenzen. Ergebnis: Datenqualitätsbericht mit priorisierter Maßnahmenliste.

02

Regeln definieren

Data-Quality-Rules aufstellen: Pflichtfelder, Wertebereich-Validierungen, Formatvorgaben, Referenzintegritätsprüfungen. Diese werden automatisiert überwacht.

03

Bereinigung & Enrichment

Einmalige Bereinigungsaktion: Dubletten zusammenführen, fehlende Daten ergänzen, Formate standardisieren. Optional: externe Daten zur Anreicherung nutzen.

04

Monitoring einrichten

Automatisierte Datenqualitäts-Dashboards mit Alerts bei Regelverletzungen. Tools wie dbt Tests, Great Expectations oder Soda Core.

05

Verantwortlichkeiten klären

Data Owner für jeden Datenbereich benennen: Wer ist verantwortlich für die Qualität der Kundendaten? Der Vertrieb – nicht die IT.

📚 Dieser Artikel ist Teil unseres Mittelstand-Guides: BI im Mittelstand →

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