Marktwert des Unternehmens – Unternehmensvermögen (= Aktivseite der Bilanz abzüglich der Schulden)Würde das Unternehmen verkauft werden, spräche man in solchen Fällen vom Firmenoder Geschäftswert, also dem Wert, den ein Käufer über die erworbenen positiven und negativen Vermögenswerte hinaus bereit wäre, für das Unternehmen zu bezahlen. Der MAV sagt also – auch ohne Verkauf – aus, wie viel Wert ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum (z. B. seit Bestehen, pro Jahr im Durchschnitt oder im letzten Jahr) zusätzlich gewonnen hat. Der MAV stellt eine Größe dar, die die Differenz zwischen dem investierten Kapital und dem derzeitigen Marktwert des Unternehmens zeigt. Das Unternehmen muss also versuchen, den Unternehmenswert langfristig zu steigern. Es muss der Market Value added gesteigert werden. Der MAV kann allerdings nur für das gesamte Unternehmen berechnet oder geschätzt werden. Deshalb ist diese Kennzahl nicht für Entscheidungen/Beurteilungen im operativen Geschäft heranzuziehen. Der Marktwert besteht z. B. bei einer Aktiengesellschaft aus dem Börsenwert plus Finanzschulden (Bankverbindlichkeiten, Hypotheken, Anleihen). Bei nicht börsennotierten Unternehmen kann der Wert des Unternehmens nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren oder bei anlageintensiven Unternehmen nach dem Stuttgarter Verfahren ermittelt werden. Beide Verfahren sind im Bewertungsgesetz geregelt, so dass zwar keine hundertprozentige Marktgängigkeit, aber eine gewisse Objektivität und Vergleichbarkeit auch bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen gewährleistet ist. Der Wert der Kennzahl verschlechtert sich, wenn
- der Marktwert des Unternehmens gesunken ist, das Geschäftsvermögen aber gleich geblieben ist oder sich erhöht hat.
- keine Innovationen stattgefunden haben
- bei Auslaufmodelle bei den Produkten
- kaum Know-how vorhanden ist
- die Personalstruktur überaltert ist
- die Kostenstruktur schlecht ist
- es keinen potenziellen Unternehmensnachfolger gibt,
- es keinen potenziellen Käufer gibt
- die Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) vernachlässigt wurde
- neue Produktionswege installiert.
- neue Produkte
- neue Patente
- verbessertes Know-how
- verbesserte Kostenstruktur
- Steigerung des Shareholder Value.
- Unternehmensnachfolge stabilisieren (Management-Buy-in oder Management-Buyout).
Berechnung
Formel: Marktwert des Unternehmens − Investiertes Kapital (Eigen- + Fremdkapital)
Einheit: Euro
Interpretation & Bewertung
Der Market Value Added misst die Differenz zwischen dem Marktwert eines Unternehmens und dem gesamten investierten Kapital. Ein positiver MVA bedeutet, dass das Management mehr Wert geschaffen hat als Investoren eingesetzt haben. Er ist das kumulative Gegenstück zum EVA und spiegelt die Markteinschätzung der zukünftigen Wertschöpfungsfähigkeit wider.
Praxisbeispiel
Ein börsennotiertes Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von 800 Mio. € plus 200 Mio. € Fremdkapitalmarktwert. Investiertes Kapital: 600 Mio. €. MVA = 1 Mrd. − 600 Mio. = 400 Mio. €.
Benchmarks
Positiver MVA ist das Ziel. Top-Technologieunternehmen erreichen MVA-Multiplikatoren von 3–10x des investierten Kapitals.
Weiterführende Artikel
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