Autorenname: assbi

Liquiditätskennzahlen

Liquiditätskennzahlen geben an, in welchem Maß (kurzfristige) Verbindlichkeiten nach Höhe und Fälligkeit mit flüssigen und anderen kurzfristigen Deckungsmitteln bedient werden können. Sie werden aus der Bilanz abgeleitet, indem bestimmte Vermögensposten zu bestimmten Kapitalposten in Beziehung gesetzt werden. Typischerweise werden drei Liquiditätsgrade unterschieden, indem zunächst die Positionen Bank und Kasse beurteilt werden, dann zusätzlich die Gesamtheit der Außenstände und schließlich ergänzend das gesamte Umlaufvermögen als kurzfristig gebundenes Kapital:
Liquidität 1. Grades (Cash Ratio) = (Flüssige Mittel /Kurzfristige Verbindlichkeiten) * 100 Liquidität 2. Grades (Quick Ratio) = (Flüssige Mittel + Kurzfristige Forderungen / Kurzfristige Verbindlichkeiten) * 100 Liquidität 3. Grades (Current Ratio) = (Flüssige Mittel + Kurzfristige Forderungen + Vorräte / Kurzfristige Verbindlichkeiten) * 100 Als weitere Kennzahl kann das Working Capital herangezogen werden. Sie gibt an, inwieweit das Umlaufvermögen (Flüssige Mittel + Kurzfristige Forderungen + Vorräte) von den kurzfristigen Verbindlichkeiten belastet wird: Working-Capital = Umlaufvermögen – Kurzfristige Verbindlichkeiten Dieser Wert gibt an, wie groß der Anteil der kurzfristig verfügbaren Mittel ist, der nicht zur Finanzierung der kurzfristigen Verbindlichkeiten benötigt wird, und ermöglicht damit eine Aussage über die Bonität eines Unternehmens. Generelles Problem beim Einsatz von Liquiditätskennzahlen ist, dass sie sich als bilanzbezogene Kennziffern lediglich auf Stichtagsbestände an Vermögen und Kapital beziehen, keine Finanzströme aus langfristigen Finanzierungen, aus Verpflichtungen und Ansprüchen aus schwebenden Geschäften oder kurzfristig mobilisierbare Finanzreserven berücksichtigen und nur ein durchschnittliches Deckungsverhältnis angeben, ohne Hinweis auf genaue Fälligkeit kurzfristiger Forderungen und Verbindlichkeiten. Als Abhilfe wurde der dynamische Liquiditätsgrad eingeführt, der die Zahlungsströme (Cahflow) in Relation zu den kurzfristigen Verbindlichkeiten setzt: Dynamischer Liquiditätsgrad = (Cashflow / kurzfristige Verbindlichkeiten) * 100nn

Berechnung

Formel: 1. Grad: Zahlungsmittel ÷ kurzfr. Verbindlichkeiten × 100. 2. Grad: (Zahlungsmittel + kurzfr. Forderungen) ÷ kurzfr. Verbindlichkeiten × 100. 3. Grad: Umlaufvermögen ÷ kurzfr. Verbindlichkeiten × 100

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Liquiditätskennzahlen messen die Fähigkeit eines Unternehmens, seine kurzfristigen Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen. Die drei Grade unterscheiden sich in der Fristigkeit der einbezogenen Vermögenswerte. Eine zu niedrige Liquidität gefährdet die Zahlungsfähigkeit, eine zu hohe deutet auf ineffizienten Kapitaleinsatz hin.

Praxisbeispiel

Ein IT-Dienstleister hat 200.000 € Zahlungsmittel, 800.000 € kurzfristige Forderungen und 500.000 € kurzfristige Verbindlichkeiten. Liquidität 1. Grades: 40 %. Liquidität 2. Grades: 200 %. Beide Werte sind gesund.

Benchmarks

1. Grad: 10–30 %. 2. Grad: über 100 % (Faustregel). 3. Grad: 150–200 %. Unter 100 % bei Grad 2 ist ein Warnsignal.

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Abschreibungsquote

Definition: Die Abschreibungsquote ist eine Kennzahl, die das Verhältnis der gesamten bilanziellen Abschreibungen zu den gesamten ordentlichen Aufwendungen anzeigt. Berechnung: Finanzkennzahlen in der Doppik: Abschreibungsquote (Berechnung/Formel) Interpretation: Die Abschreibungsquote gibt an, welchen Teil die bilanziellen Abschreibungen auf das Anlagevermögen an den gesamten Aufwendungen ausmachen. Da es sich bei bilanziellen Abschreibungen um weitestgehend fixe Aufwendungen handelt, kann die Kommune sie kaum abbauen. Eine Abschreibungsquote von 20% gibt folglich einen Hinweis darauf, dass mindestens 20% der gesamten ordentlichen Aufwendungen der Gebietskörperschaft nur geringfügig kurzfristig beeinflussbar sind. Hierbei ist zu beachten, dass eine geringe Abschreibungsquote auch bedeuten kann, dass das öffentliche Vermögen bereits größtenteils abgeschrieben ist und das „alte“ Anlagevermögen nicht durch neue Anlagen ersetzt wurde. Entsprechend kann es sein, dass eine niedrige Abschreibungsquote einen Hinweis darauf gibt, dass das öffentliche Vermögen überaltert ist. Richtwert abschreibungsquote berechnen, abschreibungsquote definition, abschreibungsquote richtwert,nn

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nnn

Formel

n
Abschreibungen × 100 : Umsatz
Für die Beurteilung der Ertragskraft ist diese Kennzahl wichtig, da zwischen Abschreibungen und Gewinn eine Wechselwirkung besteht. „Verdiente Abschreibungen“, als Erlösbestandteil vereinnahmt, sind ein wichtiger Faktor der Selbstfinanzierung. Sie stellen Aufwand, aber keine Ausgabe dar und können weitere Investitionen finanzieren. Werden hingegen die Abschreibungen nicht „verdient“, ist die Ertragslage kritisch zu sehen.nn

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n

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Umlaufvermögensstruktur

Umlaufvermögen × 100 : Bilanzsumme (= Gesamtkapital)
Diese Kennzahl sagt aus, wie hoch der Anteil des Umlaufvermögens an der Bilanzsumme ist. Damit werden natürlich Aussagen auch zur Finanzierungsstruktur im Unternehmen gemacht. Um hier aussagekräftige Werte zu erhalten, sollte die Kennzahl nach (für das Unternehmen individuell wichtigen) Einzelpositionen des Umlaufvermögens unterschieden werden, also z. B.: • Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
  • Vorräte
  • Halbfertige Erzeugnisse
  • Fertige Erzeugnisse
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Mögliche Gründe für eine Erhöhung der Umlaufvermögensstruktur:
  • Erhöhte Einkäufe
  • Schlechtere Absatzlage
  • Schlechtere Zahlungsmoral
  • Vermehrter Verkauf auf Ziel
Mögliche Gründe für eine Verringerung der Umlaufvermögensstruktur:
  • Erhöhte Verkäufe
  • Geringere Lagerung
  • Verminderte Einkäufe
  • Änderung der Zahlungsbedingungen
Sie sollten diese Kennzahlen mit Logistik- und Lagerkennzahlen sowie Finanzierungskennzahlen kombinieren.nn

Berechnung

Formel: Einzelposten Umlaufvermögen × 100 ÷ Gesamtes Umlaufvermögen

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Die Umlaufvermögensstruktur zeigt die Zusammensetzung des Umlaufvermögens nach Posten (Vorräte, Forderungen, Wertpapiere, liquide Mittel). Sie gibt Aufschluss über die Liquiditätsnähe des Vermögens. Dienstleistungsunternehmen haben typischerweise kaum Vorräte, dafür hohe Forderungsanteile.

Praxisbeispiel

Ein Beratungsunternehmen: Forderungen 65 %, liquide Mittel 30 %, sonstiges 5 %. Die hohe Forderungsquote ist branchentypisch, erfordert aber aktives Debitorenmanagement.

Benchmarks

Dienstleister: Forderungen 50–70 %, Liquidität 20–40 %. Handel: Vorräte 40–60 %, Forderungen 20–35 %.

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Vakanzkosten

Definition

Vakanzkosten (englisch: cost of vacancy) sind die Kosten die anfallen, wenn eine Stelle nicht besetzt ist. Dies können z.B. Überstunden von bestehenden Mitarbeitern sein, Kosten durch Freelancer oder Zeitarbeiter, sowie entgangene Umsätze.

Beispiel

Überstunden interne Mitarbeiter: 150€ + Unterstützung Freelancer: 200€ + Entgangene Umsätze: 1000€ – eingespartes Gehalt vakante Stelle: 200€ = Vakanzkosten: 1150€nn

Berechnung

Formel: (Entgangener Deckungsbeitrag + Überstundenkosten Vertretung + externe Überbrückungskräfte + Produktivitätsverlust Team) × Vakanzdauer in Tagen ÷ Arbeitstage

Einheit: Euro pro unbesetzte Stelle (oder Euro pro Vakanztag)

Interpretation & Bewertung

Vakanzkosten messen die wirtschaftlichen Gesamtauswirkungen unbesetzter Stellen. Sie werden in der Praxis systematisch unterschätzt, weil sie nicht direkt in der GuV erscheinen, sondern als Opportunitätskosten wirken. Neben dem offensichtlichen entgangenen Umsatz und Deckungsbeitrag entstehen erhebliche Kosten durch Überstunden der verbleibenden Teammitglieder, externe Aushilfen oder Freelancer, verzögerte Projekte und Qualitätseinbußen sowie sinkende Teammotivation bei Dauerüberlastung. Die Kennzahl ist ein starkes Argument für höhere Recruiting-Investitionen: Wenn eine Stelle 1.000 € pro Tag an Vakanzkosten verursacht, rechnet sich eine 15.000 € teure Headhunter-Suche bereits nach 15 Tagen schnellerer Besetzung.

Praxisbeispiel

Eine unbesetzte Senior-BI-Berater-Stelle (130.000 € Jahresgehalt, 1.200 €/Tag Tagessatz) verursacht bei 120 Tagen Vakanz geschätzte 78.000 € Kosten: 48.000 € entgangener Deckungsbeitrag (80 % Auslastungsannahme), 18.000 € Überstunden im Team, 12.000 € externe Unterstützung für kritische Projekte.

Benchmarks

IT-Fachkräfte: 500–1.500 € pro Vakanztag. Führungskräfte: 1.000–3.000 € pro Tag. Durchschnittliche Vakanzzeit Deutschland IT: 140–180 Tage. Gesamtkosten pro unbesetzte IT-Stelle: 70.000–250.000 €.

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Umlaufvermögensänderung (in Prozent)

Zugang Umlaufvermögen × 100 : Zugang Bilanzsumme (= Gesamtvermögen)
Diese Kennzahl sagt aus, wie hoch der Anteil des Umlaufvermögenszugangs an dem Gesamtvermögenszugang ist. Damit werden natürlich Aussagen auch zur Absatzsituation im Unternehmen gemacht. Um hier aussagekräftige Werte zu erhalten, sollte die Kennzahl nach (für das Unternehmen individuell wichtigen) Einzelpositionen des Umlaufvermögens unterschieden werden, also z. B.:
  • Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
  • Vorräte
  • Halbfertige Erzeugnisse
  • Fertige Erzeugnisse
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Wenn sich der Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen erhöht hat, kann das liegen an:
  • Erhöhte Einkäufe
  • Schlechtere Absatzlage
  • Schlechtere Zahlungsmoral
  • Vermehrter Verkauf auf Ziel
  • Abbau im Anlagevermögen
Wenn sich der Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen verringert hat, kann das liegen an:
  • Erhöhte Verkäufe
  • Geringere Lagerung
  • Verminderte Einkäufe
  • Änderung der Zahlungsbedingungen
  • Aufstockung im Anlagevermögen
Sie sollten diese Kennzahlen mit Logistik- und Lagerkennzahlen sowie Finanzierungskennzahlen und Produktionskennzahlen kombinieren.nn

Berechnung

Formel: (Umlaufvermögen aktuell − Umlaufvermögen Vorperiode) × 100 ÷ Umlaufvermögen Vorperiode

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Die Umlaufvermögensänderung misst die Dynamik im kurzfristigen Vermögen. Starke Anstiege können auf Umsatzwachstum, Überbestände oder verbesserte Liquidität hindeuten. Für eine aussagekräftige Analyse muss die Veränderung in ihre Komponenten zerlegt werden.

Praxisbeispiel

Das Umlaufvermögen steigt von 800.000 € auf 960.000 € (+20 %). Die Analyse zeigt: Forderungen stiegen um 35 % (problematisch), Vorräte sanken um 10 % (positiv), Liquidität stieg um 15 % (gesund).

Benchmarks

Veränderungen sollten im Einklang mit dem Umsatzwachstum stehen. Eine UV-Änderung deutlich über dem Umsatzwachstum deutet auf Working-Capital-Probleme hin.

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Umschlagsdauer der Vorräte (Lagerumschlagsdauer) (in Tagen)

Durchschnittliches Vorratsvermögen × 360 Tage : Materialaufwand
Diese Kennziffer ermöglicht eine Aussage über die Verweildauer eines Produkts im Lager in Tagen. Bei Handelsunternehmen spricht eine kurze Verweildauer für ein marktgängiges Sortiment. Bei Produktionsunternehmen ist eine derart klare Aussage nicht möglich, da der Fertigungsgrad der unfertigen Erzeugnisse meist unbekannt ist. Je kürzer die Lagerdauer, desto kürzer sind der Kapitaleinsatz und das Lagerrisiko, desto geringer sind die Kosten für die Lagerhaltung (Zinsen, Schwund, Verwaltungskosten), desto höher sind Wertschöpfung, Gewinn und Rentabilität. Umgekehrt ist eine längere Lagerumschlagsdauer als Warnsignal für das Lagerrisiko und die damit verbundenen Kosten zu werten. Der Lagerumschlag hat sich beschleunigt, kann bedeuten:
  • Die Nachfrage ist gestiegen.
  • Es wurden neue Absatzmärkte erschlossen.
  • Es besteht ein günstiges Verhältnis der Kosten zu den Erträgen.
Der Lagerumschlag hat sich verlangsamt, kann bedeuten:
  • Es wurde am Markt vorbei produziert.
  • Es wurden zu hohe Bestände aufgebaut.
  • Unfertige Erzeugnisse wurden Ihnen nicht „just in time“ geliefert.
Sie sollten diese Kennzahl kombinieren mit:
  • Lagerumschlag (Lagerabholung, Lageranlieferung) in Prozent
  • Umschlagshäufigkeit Lager (in Euro)
  • Durchschnittlicher Lagerbestand (in Euro)
  • Lagerdauer
  • Lagerzinsfuß (in Euro)
  • Lagerbestandsstruktur (in Prozent)
  • Mindestbestand/Lager
  • Meldebestand/Lager
  • Lagerschwund (in Prozent)
  • Just-in-time-Anlieferungen (in Prozent)
nn

Berechnung

Formel: Durchschnittliche Vorräte × 365 ÷ Materialaufwand

Einheit: Tage

Interpretation & Bewertung

Die Lagerumschlagsdauer zeigt, wie viele Tage Vorräte durchschnittlich im Unternehmen verbleiben. Kürzere Umschlagsdauern bedeuten effizientere Lagerhaltung und weniger gebundenes Kapital. Die Kennzahl ist besonders für produzierende Unternehmen und den Handel relevant und Kernbestandteil des Cash Conversion Cycle.

Praxisbeispiel

Ein Unternehmen hat durchschnittlich 400.000 € Vorräte bei 2,4 Mio. € Materialaufwand. Umschlagsdauer: 61 Tage. Just-in-Time-Optimierungen haben den Wert von vormals 85 Tagen gesenkt.

Benchmarks

Handel: 30–60 Tage. Fertigung: 40–90 Tage. Lebensmittel: 5–15 Tage. IT-Hardware: 15–30 Tage.

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Umsatzanteil nach Regionen (in Prozent)/Exportumsatzanteil

Umsatz/Region × 100 : Gesamtumsatz Exportumsatz × 100 : Gesamtumsatz
Diese Kennzahlen zeigen den Anteil eines bestimmten Marktes am Gesamtumsatz und erlauben die Überwachung der Absatzgebiete. Sie liefert wichtige Informationen für das Vertriebscontrolling, indem sie schwache Märkte identifiziert und Anlass für einen verbesserten Einsatz von Marketingmaßnahmen in den betroffenen Märkten gibt. Ein gestiegener Umsatzanteil einer Region oder ein Anstieg der Exportquote muss nicht immer mit einer absoluten Umsatzerhöhung einhergehen. Ein erhöhter Umsatzanteil einer Region kann auf rückläufige Umsätze anderer Regionen zurückzuführen sein, weswegen Sie immer auch die absolute Umsatzentwicklung betrachten müssen. Im Rahmen des Vertriebscontrolling empfiehlt sich der Zeitvergleich mit den Daten vergangener Perioden sowie der Soll-Ist-Vergleich, sofern Sie Planwerte für diese Kennzahl ermittelt haben. Der Umsatzanteil einer Region/die Exportquote ist gestiegen. Das kann liegen an:
  • Einführung eines neuen Produkts/erstmalige Erschließung eines Markts
  • Einsatz neuer Vertreter
  • Umsatzerhöhung infolge Wechselkursschwankungen
  • Preiserhöhungen der Konkurrenz
  • Gezielte Werbemaßnahmen auf dem Markt
  • Überdurchschnittlicher Rückgang des Gesamtumsatzes gegenüber dem Umsatz einer Region
Eine Senkung kann an den genau gegenteiligen Gründen liegen. Bei der Analyse dieser Kennzahl sollten Sie folgende Kennzahlen hinzuziehen:
  • Absoluter und relativer Marktanteil
  • Exportquote
  • Produkt-Umsatzanteil
  • Außendienst-Neukundenanteil
nn

Berechnung

Formel: Umsatz Region × 100 ÷ Gesamtumsatz

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Die regionale Umsatzverteilung zeigt die geografische Diversifikation und Abhängigkeit von einzelnen Märkten. Eine breite regionale Streuung reduziert Konjunktur- und Regulierungsrisiken. Für deutsche Mittelständler ist der Exportanteil ein Indikator für internationale Wettbewerbsfähigkeit.

Praxisbeispiel

Ein BI-Toolanbieter: DACH 60 %, Westeuropa 25 %, Nordamerika 10 %, Rest 5 %. Der DACH-Schwerpunkt ist typisch für deutsche Mittelständler, birgt aber Wachstumslimitierungen.

Benchmarks

Deutsche Mittelständler Exportquote: 30–50 %. DAX-Konzerne: 60–80 %. Rein nationale Dienstleister: unter 10 %.

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Debitorenlaufzeit (Kundenziel) (in Tagen)

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen × 360 : Umsatzerlöse
Diese Kennzahl informiert über die von den Kunden durchschnittlich in Anspruch genommene Kreditdauer (Zahlungsziel). Je kürzer die Dauer, desto besser ist die eigene Liquidität, desto geringer sind Zinsbelastung und Wagnis (Forderungsausfall!), desto höher sind Wirtschaftlichkeit und Rentabilität. Entsprechend den Bankusancen für Zinsberechnung an 360 Tagen im Jahr sollten Sie für diese Kennzahl auch 360 Tage und nicht 365 Tage nehmen. Die Zielinanspruchnahme ist kürzer geworden, kann bedeuten:
  • Das Skonto wurde erhöht.
  • Das Mahnwesen wurde verbessert.
  • Umstellung des Rechnungseinzugs auf Lastschriftverfahren.
  • Factoring bei größerem Umsatz
  • Einsatz von „electronic banking“
Die Zielinanspruchnahme ist länger geworden, kann bedeuten
  • Die eigene, zu schwache Marktposition wird vom Käufer ausgenutzt.
  • Die Bonität einzelner Kunden hat sich verschlechtert.
  • Mängelrügen aufgrund schlechter Produktqualitäten
nn

Berechnung

Formel: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen × 365 ÷ Umsatzerlöse

Einheit: Tage

Interpretation & Bewertung

Die Debitorenlaufzeit zeigt, wie viele Tage es durchschnittlich dauert, bis Kunden ihre Rechnungen bezahlen. Eine kurze Debitorenlaufzeit verbessert die Liquidität und reduziert das Ausfallrisiko. Steigende Werte können auf verschlechtertes Zahlungsverhalten der Kunden, ineffizientes Mahnwesen oder bewusst großzügige Zahlungsziele zur Kundenbindung hindeuten.

Praxisbeispiel

Ein IT-Beratungshaus hat 500.000 € offene Forderungen bei 3 Mio. € Jahresumsatz. Die Debitorenlaufzeit beträgt 61 Tage. Das Zahlungsziel auf Rechnungen liegt bei 30 Tagen — die Differenz deutet auf systematisch verspätete Zahlungen hin.

Benchmarks

Deutschland Durchschnitt: 30–45 Tage. Beratung/IT-Dienstleistungen: 45–60 Tage. Handel: 20–35 Tage.

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Umsatz-Altersstruktur (in Prozent)

Umsatz Neuprodukt der Periode t0/t1/t2/t3/t4 × 100 : Gesamtumsatz
Diese Kennzahl differenziert den Umsatz nach dem Alter der Produkte, indem sie die Umsatzanteile der im laufenden Jahr und in den Vorjahren neu auf den Markt gebrachten Produkte zeigt. Die Umsatz-Altersstruktur gibt Aufschluss über die Altersstruktur des Sortiments und die Innovationsfreudigkeit Ihres Betriebs. Das langfristige Überleben Ihres Betriebs kann nur durch kontinuierliche Entwicklung und Einführung neuer Produkte auf dem Markt gesichert werden. Falls Ihr Betrieb nur veraltete Produkte anbietet, die auf dem Markt keine Monopolstellung genießen, wird Ihr Betrieb mittelfristig nicht am Markt bestehen können, weil „die Konkurrenz nicht schläft“, sondern dauernd neue Produkte auf den Markt bringt. Sie sollten aber auch darauf achten, dass Ihr Sortiment eine ausgewogene Altersstruktur besitzt und der Anteil neuer Produkte nicht zu hoch ist. Falls Sie jedes Jahr neue Produkte auf den Markt bringen, entstehen anhaltend hohe Entwicklungs-, Produktions- und Marketingkosten. In der kurzen Lebenszeit können die Produkte keine ausreichenden Deckungsbeiträge zur Deckung der mit der Entwicklung und Einführung verbundenen Kosten erzielen, weswegen Sie neben den Umsatzanteilen auch die Deckungsbeitragsanteile der Produkte beobachten sollten. Bei anhaltend steigendem Umsatzanteil jüngerer Produkte (Entwicklung über mehrere Jahre) sollten Sie über die Deckungsbeitragsrechnung analysieren, ob zu häufig neue Produkte auf den Markt gebracht werden.nn

Berechnung

Formel: Umsatz mit Produkten (nach Einführungsjahr) × 100 ÷ Gesamtumsatz

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Die Umsatz-Altersstruktur analysiert, wie sich der Umsatz auf Produkte unterschiedlichen Alters verteilt. Sie gibt Aufschluss über die Innovationskraft und den Produktlebenszyklus. Im Technologiebereich veralten Produkte schneller — die Altersstruktur sollte entsprechend jünger sein.

Praxisbeispiel

Ein Softwareanbieter: 40 % Umsatz mit Produkten unter 2 Jahre, 35 % mit 2–5 Jahren, 25 % mit über 5 Jahren. Die gesunde Balance zeigt eine funktionierende Innovationspipeline.

Benchmarks

Technologie: über 30 % Umsatz aus Produkten unter 3 Jahre. Fertigung: über 20 %. Unter 15 % Neuproduktumsatz gilt als innovationsschwach.

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Stammkunden-Umsatzanteil (in Prozent)

Umsatz mit Kunden, die länger als 5 Jahre beliefert werden × 100 : Gesamtumsatz
Der Stammkunden-Umsatzanteil zeigt den Umsatzanteil von Stammkunden, d. h. Kunden, die bereits über fünf Jahre beliefert werden, am Gesamtumsatz. Diese Kennzahl gibt Aufschluss über die Altersstruktur der Kunden und kann als Indiz für die Zufriedenheit der Kunden mit den Produkten und dem Service des Unternehmens angesehen werden. Je nach betrieblicher Situation können Sie statt der Fünfjahresfrist auch eine kürzere oder längere Zeitspanne für die Definition von Stammkunden ansetzen. Ein hoher Stammkunden-Umsatzanteil ist grundsätzlich positiv zu beurteilen, weil der aktuelle Stammkundenumsatz auch in naher Zukunft als gesichert angesehen werden kann. Bei Kunden, die bereits mehr als ein halbes Jahrzehnt mit dem Betrieb zusammenarbeiten, ist ein Abwandern zur Konkurrenz wenig wahrscheinlich. Allerdings kann ein hoher Stammkundenanteil auch ein Indiz für den mangelnden Erfolg bei der Akquisition von neuen Kunden sein. Hierzu sollten Sie die Außendienstkennzahlen in die Analyse mit einbeziehen. Ein geringer Stammkundenanteil kann ein Zeichen für eine unzureichende Kundenbetreuung oder schlechte Produktqualität sein. Sie sollten die Gründe für den geringen Stammkundenanteil in Erfahrung bringen und gegebenenfalls Maßnahmen zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit ergreifen. Bei stark expandierenden Betrieben ist ein geringer Stammkundenanteil nicht negativ zu beurteilen, weil in diesem Fall der Rückgang des Umsatzanteils der Stammkunden nicht auf deren Abwanderung, sondern auf dem anhaltendem Zuwachs von Neukunden beruht. Unter Rentabilitätsgesichtspunkten ist nicht der Umsatz, sondern der Deckungsbeitrag die ausschlaggebende Größe. Zur tiefer gehenden Analyse der Auswirkungen der Stammkundenumsätze auf die Rentabilität sollten Sie die Deckungsbeiträge der Stammkunden ermitteln und zum Gesamt-Deckungsbeitrag ins Verhältnis setzen.nn

Berechnung

Formel: Umsatz mit Stammkunden × 100 ÷ Gesamtumsatz

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Der Stammkunden-Umsatzanteil zeigt die Umsatzabhängigkeit von Bestandskunden. Ein hoher Anteil bedeutet stabile, planbare Einnahmen — birgt aber Klumpenrisiken. Im B2B-Beratungsgeschäft sind Stammkunden besonders wertvoll, da die Akquisekosten pro Neukunde typischerweise 5–7x höher sind als Retention-Kosten.

Praxisbeispiel

Ein BI-Beratungshaus erzielt 80 % seines Umsatzes mit Stammkunden. Das sichert Planbarkeit, aber die Top-3-Kunden machen allein 45 % aus — ein Klumpenrisiko.

Benchmarks

B2B-Beratung: 60–80 % Stammkundenanteil gilt als gesund. Unter 50 % deutet auf Bindungsprobleme. Über 90 % auf gefährliche Abhängigkeit.

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