Umlaufvermögensstruktur

Umlaufvermögen × 100 : Bilanzsumme (= Gesamtkapital)
Diese Kennzahl sagt aus, wie hoch der Anteil des Umlaufvermögens an der Bilanzsumme ist. Damit werden natürlich Aussagen auch zur Finanzierungsstruktur im Unternehmen gemacht. Um hier aussagekräftige Werte zu erhalten, sollte die Kennzahl nach (für das Unternehmen individuell wichtigen) Einzelpositionen des Umlaufvermögens unterschieden werden, also z. B.: • Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
  • Vorräte
  • Halbfertige Erzeugnisse
  • Fertige Erzeugnisse
  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
Mögliche Gründe für eine Erhöhung der Umlaufvermögensstruktur:
  • Erhöhte Einkäufe
  • Schlechtere Absatzlage
  • Schlechtere Zahlungsmoral
  • Vermehrter Verkauf auf Ziel
Mögliche Gründe für eine Verringerung der Umlaufvermögensstruktur:
  • Erhöhte Verkäufe
  • Geringere Lagerung
  • Verminderte Einkäufe
  • Änderung der Zahlungsbedingungen
Sie sollten diese Kennzahlen mit Logistik- und Lagerkennzahlen sowie Finanzierungskennzahlen kombinieren.nn

Berechnung

Formel: Einzelposten Umlaufvermögen × 100 ÷ Gesamtes Umlaufvermögen

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Die Umlaufvermögensstruktur zeigt die Zusammensetzung des Umlaufvermögens nach Posten (Vorräte, Forderungen, Wertpapiere, liquide Mittel). Sie gibt Aufschluss über die Liquiditätsnähe des Vermögens. Dienstleistungsunternehmen haben typischerweise kaum Vorräte, dafür hohe Forderungsanteile.

Praxisbeispiel

Ein Beratungsunternehmen: Forderungen 65 %, liquide Mittel 30 %, sonstiges 5 %. Die hohe Forderungsquote ist branchentypisch, erfordert aber aktives Debitorenmanagement.

Benchmarks

Dienstleister: Forderungen 50–70 %, Liquidität 20–40 %. Handel: Vorräte 40–60 %, Forderungen 20–35 %.

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