Forderungen aus Lieferungen und Leistungen × 360 : UmsatzerlöseDiese Kennzahl informiert über die von den Kunden durchschnittlich in Anspruch genommene Kreditdauer (Zahlungsziel). Je kürzer die Dauer, desto besser ist die eigene Liquidität, desto geringer sind Zinsbelastung und Wagnis (Forderungsausfall!), desto höher sind Wirtschaftlichkeit und Rentabilität. Entsprechend den Bankusancen für Zinsberechnung an 360 Tagen im Jahr sollten Sie für diese Kennzahl auch 360 Tage und nicht 365 Tage nehmen. Die Zielinanspruchnahme ist kürzer geworden, kann bedeuten:
- Das Skonto wurde erhöht.
- Das Mahnwesen wurde verbessert.
- Umstellung des Rechnungseinzugs auf Lastschriftverfahren.
- Factoring bei größerem Umsatz
- Einsatz von „electronic banking“
- Die eigene, zu schwache Marktposition wird vom Käufer ausgenutzt.
- Die Bonität einzelner Kunden hat sich verschlechtert.
- Mängelrügen aufgrund schlechter Produktqualitäten
Berechnung
Formel: Forderungen aus Lieferungen und Leistungen × 365 ÷ Umsatzerlöse
Einheit: Tage
Interpretation & Bewertung
Die Debitorenlaufzeit zeigt, wie viele Tage es durchschnittlich dauert, bis Kunden ihre Rechnungen bezahlen. Eine kurze Debitorenlaufzeit verbessert die Liquidität und reduziert das Ausfallrisiko. Steigende Werte können auf verschlechtertes Zahlungsverhalten der Kunden, ineffizientes Mahnwesen oder bewusst großzügige Zahlungsziele zur Kundenbindung hindeuten.
Praxisbeispiel
Ein IT-Beratungshaus hat 500.000 € offene Forderungen bei 3 Mio. € Jahresumsatz. Die Debitorenlaufzeit beträgt 61 Tage. Das Zahlungsziel auf Rechnungen liegt bei 30 Tagen — die Differenz deutet auf systematisch verspätete Zahlungen hin.
Benchmarks
Deutschland Durchschnitt: 30–45 Tage. Beratung/IT-Dienstleistungen: 45–60 Tage. Handel: 20–35 Tage.
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