Personalaufwand × 100 : Umsatz (in %)Diese Kennzahl gibt Aufschluss über die Personal- und Arbeitsintensität des Unternehmens. Häufig ist eine schwache Ertragslage auf zu hohe Personalkosten zurückzuführen, zumal die betriebliche Altersversorgung und Lohnerhöhungen nur durch natürliche Fluktuation oder Sozialpläne abgefangen werden können. Neben dem reinen Personalaufwand sind die Pensionsrückstellungen (Aufwand für Altersversorgung) zu berücksichtigen sowie die sozialen Abgaben. Ein kalkulatorischer Unternehmerlohn wird dagegen nicht berücksichtigt. Um einen einheitlichen Vergleich zu ermöglichen, sollten daher bei GmbHs die Geschäftsführer-Gehälter von Gesellschaftern (= Unternehmerlohn) beim Personalaufwand herausgerechnet werden. Mögliche Gründe für eine Veränderung der Kennzahl
- Lohnerhöhungen konnten in den Verkaufspreisen nicht weitergegeben werden.
- Es wurde zusätzliches Personal eingestellt, das noch nicht ins „Verdienen“ gekommen ist (z. B. Forschungsabteilung, Marketing).
- Es müssen in der Produktion vermehrt manuelle Tätigkeiten ausgeführt werden.
- Personalabbau zugunsten einer erhöhten Automatisierung durch Maschinen war möglich.
- Der Umsatz konnte verbessert werden und gleichzeitig mit dem Personal eine „NullRunde“ vereinbart werden.
Berechnung
Formel: Personalaufwand × 100 ÷ Gesamtleistung (oder Umsatz)
Einheit: Prozent
Interpretation & Bewertung
Die Personalaufwandsquote zeigt den Anteil der Personalkosten an der Gesamtleistung. In personalintensiven Branchen wie Beratung oder IT-Dienstleistungen ist sie der dominierende Kostentreiber. Eine steigende Quote kann auf Gehaltserhöhungen über der Produktivitätssteigerung, ineffiziente Personalstruktur oder sinkendes Umsatzwachstum hindeuten.
Praxisbeispiel
Ein Beratungsunternehmen mit 5 Mio. € Umsatz und 3 Mio. € Personalaufwand hat eine Quote von 60 %. Nach Einführung von BI-gestützter Projektsteuerung sinkt sie auf 55 %.
Benchmarks
IT-Beratung: 55–65 %. Produktion: 20–35 %. Handel: 10–20 %. Über 70 % in der Beratung ist ein Warnsignal.
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