Unternehmenssteuerung

Costcenter versus Profitcenter

Cost Center (Kostenstelle)

  • Hauptziel: Ein Cost Center ist eine Abteilung oder ein Bereich innerhalb eines Unternehmens, der keine direkten Umsätze erwirtschaftet. Sein Hauptziel ist es, die ihm zugewiesenen Aufgaben innerhalb eines vorgegebenen Budgets zu erfüllen und die Kosten zu kontrollieren und zu minimieren.
  • Verantwortung: Die Leitung eines Cost Centers ist für die Einhaltung des Budgets und die Effizienz der Kosten verantwortlich, nicht jedoch für die Erzielung von Gewinnen.
  • Messung des Erfolgs: Der Erfolg eines Cost Centers wird daran gemessen, wie gut es seine Kosten im Griff hat, sein Budget einhält und die geforderten Leistungen (oft interner Natur) in der gewünschten Qualität erbringt.
  • Beispiele: Typische Beispiele für Cost Center sind Abteilungen wie die Buchhaltung, die Personalabteilung, die IT-Abteilung, die Forschungs- und Entwicklungsabteilung oder der Kundendienst (obwohl dieser manchmal auch als Profit Center geführt werden kann). Diese Abteilungen verursachen Kosten, sind aber notwendig für den Gesamtbetrieb des Unternehmens.

Profit Center (Gewinnzentrum)

  • Hauptziel: Ein Profit Center ist eine Unternehmenseinheit, die sowohl für ihre Kosten als auch für ihre Erträge (Umsätze) verantwortlich ist. Das Hauptziel ist die Maximierung des Gewinns.
  • Verantwortung: Die Leitung eines Profit Centers hat eine weitergehende Verantwortung. Sie muss nicht nur die Kosten im Blick haben, sondern auch aktiv dafür sorgen, dass Umsätze generiert werden, die die Kosten übersteigen und somit einen Gewinn für das Unternehmen erwirtschaften. Profit Center agieren oft wie eigenständige kleine Unternehmen innerhalb des Gesamtunternehmens.
  • Messung des Erfolgs: Der Erfolg eines Profit Centers wird direkt an seinem Ergebnis gemessen, also am erzielten Gewinn oder Deckungsbeitrag.
  • Beispiele: Beispiele für Profit Center können Produktlinien, Geschäftsbereiche, einzelne Filialen oder Vertriebsregionen sein. Diese Einheiten haben oft direkten Marktzugang und können ihre Leistung direkt in Form von Verkaufszahlen und erwirtschafteten Gewinnen messen.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

Merkmal Cost Center Profit Center
Hauptfokus Kostenkontrolle, Einhaltung des Budgets Gewinnmaximierung
Umsatzerzielung Nein (oder nur indirekt) Ja, direkte Umsatzerzielung
Verantwortung Kosten Kosten und Erträge (Gewinn)
Erfolgsmessung Einhaltung von Budgets, Kosteneffizienz Erzielter Gewinn, Deckungsbeitrag
Orientierung Intern auf unterstützende Funktionen Extern auf den Markt und Kunden

Die Entscheidung, ob eine Abteilung als Cost Center oder Profit Center geführt wird, hängt von der Strategie und der Struktur des Unternehmens ab. Beide Konzepte dienen dazu, die Verantwortlichkeiten klar zuzuordnen und die Leistung der einzelnen Bereiche besser steuern und bewerten zu können.

Controllingsoftware

Controlling ist ein Managementfunktion, die darauf abzielt, das Erreichen von Unternehmenszielen zu unterstützen und zu überwachen. Dazu werden verschiedene Instrumente und Methoden eingesetzt, um die Leistung des Unternehmens zu messen und zu analysieren.

Controlling umfasst verschiedene Aufgabenbereiche, die sich in zwei Hauptbereiche gliedern lassen: Planung und Steuerung.

Planung

Die Planung beinhaltet die Festlegung von Unternehmenszielen und die Erstellung von Maßnahmenplänen, um diese Ziele zu erreichen. Dazu werden Finanzpläne erstellt, die festlegen, wie das Unternehmen in Zukunft finanziell aufgestellt sein soll. Auch die Erstellung von Budgets, die festlegen, wie viel Geld für bestimmte Aktivitäten bereitgestellt werden soll, gehört zur Planung.

Steuerung

Die Steuerung beinhaltet die Überwachung und Analyse der Leistung des Unternehmens, um sicherzustellen, dass die Unternehmensziele erreicht werden. Dazu werden verschiedene Kennzahlen und Indikatoren verwendet, die Auskunft darüber geben, wie das Unternehmen im Vergleich zu den festgelegten Zielen abschneidet. Auf Basis dieser Analyse werden gegebenenfalls Korrekturmaßnahmen ergriffen, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen.

Controllingsoftware

Controlling spielt eine wichtige Rolle in der Unternehmensführung, da es dazu beiträgt, dass das Unternehmen auf Kurs bleibt und seine Ziele erreicht. Es ist daher wichtig, dass das Controlling systematisch und regelmäßig durchgeführt wird, um sicherzustellen, dass das Unternehmen auf einem erfolgreichen Weg bleibt. Da die Datenmengen stetig zunehmen, ist ein professionelles Controlling ohne Software heutzutage nicht mehr möglich.

Excel als Basis und Klassiker

Excel ist ein mächtiges Werkzeug, das von vielen Unternehmen als Controlling-Software eingesetzt wird. Hier sind einige der Vorteile von Excel als Controlling-Software:

  1. Verfügbarkeit: Excel ist auf den meisten Computern verfügbar und wird von den meisten Menschen beherrscht, was die Einführung und Nutzung erleichtert.
  2. Flexibilität: Excel bietet eine Vielzahl von Funktionen und Werkzeugen, die es ermöglichen, Finanzdaten zu integrieren, zu analysieren und zu visualisieren. Es gibt auch viele Vorlagen und Add-Ons, die die Funktionalität von Excel erweitern und es an die Bedürfnisse eines Unternehmens anpassen.
  3. Kosten: Excel ist kostenlos und wird standardmäßig auf vielen Computern installiert, was die Kosten für die Einführung und Nutzung gering hält.
  4. Integration mit anderen Anwendungen: Excel kann leicht mit anderen Anwendungen integriert werden, wodurch die Möglichkeiten der Analyse und Visualisierung von Finanzdaten erweitert werden.
  5. Benutzerfreundlichkeit: Excel ist einfach zu bedienen und bietet eine Vielzahl von Hilfsmitteln und Anleitungen lassen sich einfach googeln.

Jedox

Jedox ist eine leistungsstarke Business Intelligence- und Controlling-Software, die es Unternehmen ermöglicht, ihre Daten zu integrieren, zu analysieren und zu visualisieren. Die Software bietet leistungsstarke Funktionen für die Planung und Budgetierung, die Konsolidierung von Finanzdaten und die Erstellung von Analysen und Berichten. Der große Vorteil bei der Berichtserstellung ist die Anlehnung an Excel und dessen Funktionen. Hier kann der Fachbereich schnell selbständig ohne die IT ein funktionales Reportingsystem aufbauen und selbst pflegen.

SAP Business Planning and Consolidation (BPC)

SAP BPC ist eine leistungsstarke Software für die Planung, Budgetierung und Konsolidierung von Finanzdaten. Die Software bietet eine Reihe von Werkzeugen, mit denen Unternehmen ihre Finanzdaten integrieren, analysieren und visualisieren können, um so bessere Entscheidungen treffen zu können.

Oracle Hyperion

Oracle Hyperion ist eine leistungsstarke Software für die Planung, Budgetierung und Konsolidierung von Finanzdaten. Die Software bietet eine Vielzahl von Werkzeugen, mit denen Unternehmen ihre Finanzdaten integrieren, analysieren und visualisieren können, um so bessere Entscheidungen treffen zu können.

IBM Cognos

IBM Cognos ist eine leistungsstarke Business Intelligence-Software, die es Unternehmen ermöglicht, ihre Daten zu integrieren, zu analysieren und zu visualisieren. Die Software bietet leistungsstarke Funktionen für die Erstellung von Analysen und Berichten und ist besonders für große Unternehmen geeignet.

Microsoft Power BI

Microsoft Power BI ist eine leistungsstarke Business Intelligence-Software, die es Unternehmen ermöglicht, ihre Daten zu integrieren, zu analysieren und zu visualisieren. Die Software bietet eine Vielzahl von Werkzeugen, mit denen Unternehmen ihre Daten analysieren und Dashboards erstellen können.

Es ist wichtig zu beachten, dass jedes Unternehmen individuelle Anforderungen hat und daher möglicherweise eine andere Software besser geeignet sein könnte. Es empfiehlt sich daher, die eigenen Bedürfnisse sorgfältig zu überdenken und dann die beste Lösung für das Unternehmen zu wählen.

Dashboard als spezialisiertes Werkzeug

Aufgabe Nr. 3: Das spezialisierte Werkzeug

Das Dashboard ist ein spezifisches Werkzeug, das für einen bestimmten Zweck und für nichts anderes verwendet wird

Einsatzhäufigkeit im Alltag

Ausgehend von Aufgabe Nr. 2 gibt es eine Reihe von spezifischen Dashboards, die nur selten benutzt werden und für einen sehr engen Zweck bestimmt sind.

Ein Beispiel hierfür wäre ein Dashboard, das für die (einmalige) Analyse einer ganz bestimmten Art von Betrugsmuster verwendet wird. Ein solches Dashboard würde die meisten Tage ignoriert werden, bis ein Vorfall gemeldet wird und wir die vergangene Analyse in Form eines Dashboards zur Überprüfung hervorholen müssen.

Ein Beispiel aus der Praxis ist vielleicht eine Brandmeldezentrale (seltene Anforderung). Sie bieten Zugang zu verschiedenen Funktionen im Zusammenhang mit der Brandbekämpfung (Berichte darüber, welche Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden, wo sich das Feuer möglicherweise befindet, Kontrolle über verschiedene Systeme usw.) und werden nur von einer kleinen Gruppe hochqualifizierter Personen und nur wenige Male im Jahr benutzt (meist bei regelmäßigen Inspektionen, Tests und im tatsächlichen Notfall).
In der übrigen Zeit werden diese Dashboards von allen ignoriert.

Für beide oben genannten Szenarien kann man die Dashboarderstellung als Fehlschlag einstufen, wenn man die Einsatzhäufigkeit mit der Nützlichkeit gleichsetzt. Doch in den wenigen Fällen, in denen sie existieren, sind sie sehr nützlich. Manchmal sind sie sehr raffiniert und gut gewartet (wie die Brandmeldezentralen), manchmal sind sie rudimentär skizzenhaft.

Das Problem dieser selten genutzten spezialisieren Dashboards ist, dass sie in der Anforderungshäufigkeit überschätzt wurden. Für den Dashboardersteller ist es dann häufig versenkte Zeit und Ressourcen. Für den  Nutzer des Dashboards ergibt sich aus der Seltenheit der Anforderung das Problem, sich im Falle des Falles an dieses Dashboard zu erinnern.

Alternativen zu verwaisten Dashboards

Warnmeldungen für alle!

Ein häufiger Versuch, einen Teil der Arbeit, die Dashboards leisten, zu ersetzen, besteht darin, von einem „Pull“-Framework, bei dem die Mitarbeiter den Datenfluss selbst initiieren müssen (wozu sie nicht motiviert sind), zu einem „Push“-Framework überzugehen, bei dem die Mitarbeiter benachrichtigt werden, wenn sie einer Kennzahl Aufmerksamkeit schenken müssen.

Die meisten dieser Lösungen fallen unter verschiedene Formen der „Alarmierung“ und „Anomalieerkennung„. Im Bereich Machine Learning ist dies derzeit ein aktiver Forschungsbereich, vor allem, weil wir all diese Dashboards haben, die wir loswerden müssen.

Das Push-System

Das größte Problem bei solchen Push-Systemen ist, dass es sich um ein extrem schwieriges Problem handelt und richtige Entscheidungen nicht immer von der Datenlage mitgetragen werden. Man benötigt ein System, das sich historische Werte ansieht und bewertet ob der nächste eingehende Wert anormal genug ist, um einen Menschen für die Klärung zu alarmieren.

Es gibt viele Methoden, um dies zu erreichen, aber allgemeine Algorithmen können nicht die kontextabhängigen Nuancen erfassen, die Menschen verwenden. Mein Auto hat einen Spurhalteassistenten, der piepst, wenn ich kurz davor bin, die Spur zu verlassen, und das funktioniert im Allgemeinen gut. Aber auf bestimmten, sehr schmalen Straßen piept er auch ständig, und er geht auf jeden Fall los, wenn ich die Spur wechsle/ausfahre, ohne den Blinker zu setzen. Er kann einfach nicht wissen, was ich vorhabe, und warnt mich daher zu stark. Als Reaktion darauf habe ich gelernt zu wissen, wann ich es einfach ignorieren muss.

Mit der Zeit und den Fortschritten der KI/ML werden wir diese Technik sicher noch verbessern. Ich habe noch nicht gesehen, was der aktuelle Stand der Technik für dieses Problem leisten kann. Aber solange ich nicht in der Lage bin, diese hochmoderne Technik für meine zufällige Dashboard-Metrik rechtzeitig für mein nächstes Meeting zum Laufen zu bringen, habe ich keine Energie, sie zu lernen.

Machen Sie jeden mit Daten vertraut

Die ganze „Selbstbedienungs“-Dashboard-Sache neigt dazu, aus sehr menschlichen Gründen zu scheitern. Die Nutzer, die die Daten erhalten, sind häufig nicht wirklich in der Lage, sich selbst zu bedienen. Auch wenn dies wie ein hoffnungsloses Problem erscheinen mag, ist es tatsächlich möglich, große Teile einer Organisation so zu schulen, dass sie die Fähigkeiten (und die Umgebung) besitzen, die für die Selbstbedienung und die Teilnahme an der Analyse erforderlich sind. Es erfordert nur eine Menge Arbeit, Organisation und die Bereitschaft aller Beteiligten, sich zu schulen und zu lernen. Doch es ist machbar.

Wenn Sie Zugang zu einem datenkundigen Team haben, können Sie die Schleusen für die Selbstbedienung sogar noch weiter öffnen und den Mitarbeitern Zugang zu APIs und Analysedatensätzen geben, mit denen sie spielen können. Theoretisch ist dies das, was bestimmte BI-Tools wie Tableau, PowerBI, Qlik, Looker oder Jedox bieten, vorausgesetzt, Sie haben Zugang zu Menschen, die diese Tools nutzen können.

Weniger zufällige Versuche und mehr spezialisierte Tools

Ich halte sehr viel von spezialisierten Ansichten, denn die Dinge entwickeln sich in der Regel besser, wenn wir Artefakte absichtlich und nicht durch blinden Zufall schaffen. Das bedeutet, dass wir (und damit meine ich mich selbst) uns viel besser darüber im Klaren sein müssen, dass ich ein Dashboard-Tool entwickle, bei dem der einzige wirkliche Nutzer mein zukünftiges Ich sein wird, wenn jemand mit einer ähnlichen Frage zurückkommt.

Wenn ich mir das von vornherein versinnbildliche, wirkt es sich das darauf  aus wie ich das Dashboard benenne und speichere, sowie auf die Art der Funktionen und Erklärungen, die ich aufnehmen werde. Am Anfang wird es roh und grob sein, mit den spezifischen Anforderungen wird es dann komplementär und intuitiv.

Aufgaben und Lösungen durch Dashboards

Ich bezweifle, dass ich es geschafft habe, alle möglichen Aufgaben aufzuzählen, die von Dashboards im Laufe der Jahre verlangt wurden. Aber es scheint so zu sein, dass wir, wenn wir aufschlüsseln, was wir eigentlich erreichen wollen, nicht viele Dashboards übrig bleiben.

  • Für spezielle Aufgaben gibt es spezielle Lösungen,
  • ganzheitliche Sichten wahren den Überblick.

 

Weitere Teile der Serie:

Aufgabe Nr. 1: Situationsbewusstsein

Aufgabe Nr.2 : Zugang und flexible Erkundung von Daten

 

 

 

Dashboard – Zugang und Erkundung der Daten

Dashboard Aufgabe Nr. 2 – Zugang und flexible Erkundung der Daten

Unterschiedlicher Personengruppen wollen einen „Selbstbedienungs“-Zugang zu Entscheidungsinformationen um individuell Handeln können

Diese Aufgabe überschneidet sich in gewisser Weise mit Aufgabe Nr. 1.

Der Grundgedanke beim self-serivce Ansatz eines Dashboards ist es, den Menschen Raum zu geben, Sachverhalte selbst zu erforschen, einzuordnen und zu entdecken. Je nach Personengruppe ist eine unterschiedliche Darstellung der Daten sinnvoll, da andere Fragestellungen beantwortet werden sollen.

Die Frage, was genau „Selbstbedienung“ in einem Daten-/Informationskontext bedeutet ist nicht ganz klar.
Vereinfacht kann man ein entgegengesetztes Spektrum einsetzen:

  1. Menschen, die den Zugang zu Daten hätten nutzen können um eine Katastrophe abzuwenden, hatten ihn nicht zur Verfügung (z.B. Hochwasser 2021 im Ahrtal) und
  2. Menschen, die den Zugang zu Daten missbrauchen, um Handlungen zu unterlassen (Katastrophenschutz für das Ahrtal).

Per se ist ein Dashboard weder gut noch schlecht, manche wollen die Datenlage auch nicht akzeptieren.

Hierbei gibt es eine Reihe von Problemen mit self-service Dashboards:

  • Die Daten befinden sich nicht auf der „richtigen Flughöhe“ des Berichtempfängers.
    Sie sind entweder zu allgemein oder zu detailliert. Die Hinzufügung von Steuerelementen, mit denen die Benutzer die Dinge anpassen können, macht die Erstellung und Bedienung in der Regel (exponentiell) komplexer.
  • Die Erstellung und Pflege von granularen Dashboards kann ein langfristiges Unterfangen werden.
  • Die Mitarbeiter müssen darin geschult werden, wie sie das Dashboard effektiv nutzen können.
    Es muss ihnen beigebracht werden, was normal und was unnormal ist und was das Dashboard aussagen kann bzw. nicht aussagen kann.

Zu guter letzt ist die Erstellung einer komplexes Datengrundlage ein iterrativer Prozess, der niemals abgeschlossen ist. Unterschiedliche Anforderungen an Interpretationsfähigkeit, Zeitebenen und Granularität können sich mit der Zeit wandeln, von der Aufbereitung hin bis zur Bedeutung.

Dashboards erfolgreich machen

Aus meiner Erfahrung heraus ist der beste Weg um ein selbst zu bedienendes Dashboard erfolgreich zu etablieren, es für den Berichtsempfänger, d.h. für ein bestimmtes Team oder bestimmtes datenkundiges Mitglied eines Teams Maßzuschneidern.

Das widerspricht dem Kerngedanken, dass sich Stakeholder ihre Daten selbständig zusammenklicken können. Allerdings hat die Praxis gezeigt, dass es meistens eine einmalige Geschichte ist und die Vergleichbarkeit der Daten verloren geht, wenn die Daten mit unterschiedlichen Maßstäben dargestellt werden.

Sinnvoller ist es die Anforderungen bei einer Person oder Team zu sammeln. Daraus lässt sich ein Datenmodell erstellen das allen Stakeholder nützt und den betriebswirtschaftlichen Austausch fördert anstatt ihn zu verletzten. So kann die ganzheitliche Datengrundlage aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und genutzt werden.

Aufgabe Nr. 1: Situationsbewusstsein

Aufgabe Nr. 3: spezialisiertes Werkzeug

 

Das Dashboard als Status quo

Es gibt verschiedenen Meinungen darüber, was bei Dashboards richtig/falsch ist, sowie mit verschiedenen Meinungen über mögliche Alternativen und Anwendungsfälle.

Was das Nichtgefallen anbelangt, so wiederholen sich einige Themen:

  • Beschwerde Nr. 1 ist, dass sich niemand um sie kümmert, sie werden oft als verschwendete Ressourcen angesehen.
  • Maßnahmen werden selten auf der Grundlage eines Dashboards ergriffen
  • Dashboards gehen oft kaputt und die Wartung kostet Zeit, die für andere Aufgaben fehlt
  • Leute fragen, warum mehrere Dashboards nicht übereinstimmen, was in der Regel eine große Zeitfalle ist.

Stattdessen werde ich einige Überlegungen zu der Frage anstellen, was wir von unseren Dashboards erwarten, in der Hoffnung, zu einigen Schlussfolgerungen zu kommen, warum wir sie häufig als Fehlschläge angesehen werden.

Aufgabe Nr. 1: Situationsbewusstsein – Status quo

Dashboards helfen uns zu erfahren, wann wir eine Entscheidung treffen müssen

Da Dashboards wie feste Glasscheiben sind, die eine bestimmte Sicht auf die Welt bieten, sind sie in der Regel über die Zeit hinweg konsistent in dem, was sie zeigen. Diese Eigenschaft, eine einzige konsistente Sicht auf die Welt zu bieten, ermöglicht es den Beobachtern theoretisch, zu erkennen, dass „die Dinge nicht in die richtige Richtung laufen, wir müssen eine Kurskorrektur vornehmen“.

Was ist ein Dashboard

Dies ist vergleichbar mit dem Armaturenbrett unter der Windschutzscheibe Ihres Autos: Sie zeigt stets an, was vor Ihnen liegt, und wenn Sie bemerken, dass Sie gegen einen Baum zu fahren beginnen, nehmen Sie Anpassungen vor. Bremsen, Ausweichen, was der Maßnahmenkatalog aus der Fahrschule hergibt.

Man könnte sagen, dass dies eine der lehrbuchmäßigen Verwendungen eines Dashboards ist. Der Begriff Dashboard (deutsch: „Armaturenbrett“) stammt von den Armaturenbrettern in Automobilen, die Informationen zur Unterstützung des Fahrens lieferten.

Der Begriff des Dashboards stammt allerdings tatsächlich noch aus der Zeit, als man mit Pferdekutschen unterwegs war. Denn früher war das Dashboard lediglich ein schützendes Brett, das den Fahrer davor bewahrte, vom aufspritzenden (dashed-up) Dreck aus den Hufen der Pferde beschmutzt zu werden. Der Name ist bis heute geblieben, doch nun, ein Jahrhundert später, hat dieses Dashboard eine komplexe und schier unendliche Fülle von Funktionen und Aufgaben rund um Information, Kommunikation und Komfort übernommen.

Nutzen eines Dashboards – Nur mit Maßnahmen

Ich glaube aber, dass die meisten Leute zugeben würden, dass die meisten Dashboards bei dieser Aufgabe versagen, weil niemand drauf schaut. Sie sind im Alltagsgeschäft zu beschäftigt, abgelenkt oder einfach uninteressiert. Im Gegensatz zu unserem Armaturenbrett und der Windschutzscheibe im Auto führt das Ignorieren einer Datenanzeige normalerweise nicht zu einem schrecklichen, lebensbedrohlichen Unfall. Die Folgen sind so gering, dass die Menschen häufig damit durchkommen, sie nicht zu beachten.

Aus diesem Grund habe ich vorgeschlagen, dass für jedes Dashboard dieser Art eine formelle Besprechung stattfinden sollte, bei der die Teilnehmer zusammenkommen, sich das Ding ansehen und entscheiden, ob sie etwas gegen die Anzeige unternehmen wollen. Da es nicht die Schuld der Nutzer ist, dass sie sich ein Dashboard nicht ansehen wollen und es für sie keine Priorität hat, müssen wir diese Tatsache umgehen und das Thema forcieren.

Bei dieser Aufgabe wird auch übersehen, dass wir meist nur ein situatives Bewusstsein für ein Problem haben wollen, bis es aufhört, ein Problem zu sein. Sobald wir uns dem nächsten Geschäftsproblem zuwenden wollen, ist das Dashboard am Ende seiner Nutzungsdauer. Wer Probleme aussitzt, braucht kein Dashboard.

Weitere Teile der Serie:

Aufgabe Nr.2 : Zugang und flexible Erkundung von Daten

Aufgabe Nr.3 : Das Dashboard als spezialisiertes Werkzeug

 

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