Kennzahlen

Umsatzrentabilität

Jahresüberschuss + EE*-Steuern × 100 : Umsatz (in %)
* Steuern auf Einkommen und Ertrag Diese Rentabilitätszahl zeigt, ob sich die Geschäftstätigkeit rentiert. Lohnend ist ein Umsatzzuwachs nur, wenn er auf Dauer einen angemessenen Deckungsbeitrag zum Ausgleich der zusätzlichen Kosten leistet. Es wird die Antwort auf die Frage möglich: Wie viel Prozent der Umsatzerlöse sind als Gewinn dem Unternehmen zugeflossen? Die Kennzahl gilt auch als mögliche Steuerungsgröße für die zukünftige Ausrichtung der Geschäftstätigkeit. Eine Analyse von einzelnen Unternehmensbereichen kann so zur Aufdeckung nicht kostendeckender Segmente führen.nn

Berechnung

Formel: Gewinn (vor oder nach Steuern) × 100 ÷ Umsatz

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Die Umsatzrentabilität (Return on Sales, ROS) zeigt, wie viel Prozent des Umsatzes als Gewinn verbleiben. Sie ist eine der fundamentalsten Profitabilitätskennzahlen und ermöglicht den direkten Branchenvergleich. Bei der Berechnung ist wichtig zu unterscheiden, ob Brutto-, EBIT- oder Netto-Umsatzrentabilität gemeint ist. Sinkende Umsatzrentabilität bei wachsendem Umsatz deutet auf Skalenprobleme, Preisdruck oder unkontrolliertes Kostenwachstum hin. In Kombination mit der Kapitalumschlagshäufigkeit ergibt sich über die DuPont-Formel die Gesamtkapitalrentabilität — ein tieferes Verständnis der Ertragstreiber.

Praxisbeispiel

Ein BI-Beratungsunternehmen mit 2,5 Mio. € Umsatz erwirtschaftet 375.000 € Nettogewinn. Die Netto-Umsatzrentabilität beträgt 15 %. Im Vorjahr lag sie bei 12 % — die Verbesserung um 3 Prozentpunkte entspricht 75.000 € zusätzlichem Gewinn und zeigt die Wirkung der eingeleiteten Effizienzmaßnahmen (höhere Auslastung, weniger Overhead).

Benchmarks

IT-Beratung: 10–20 % (EBIT). SaaS: 15–30 %. Handel: 2–5 %. Fertigung: 5–10 %. Unter 5 % in der Beratung signalisiert strukturelle Profitabilitätsprobleme.

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Personalaufwandsquote

Personalaufwand × 100 : Umsatz (in %)
Diese Kennzahl gibt Aufschluss über die Personal- und Arbeitsintensität des Unternehmens. Häufig ist eine schwache Ertragslage auf zu hohe Personalkosten zurückzuführen, zumal die betriebliche Altersversorgung und Lohnerhöhungen nur durch natürliche Fluktuation oder Sozialpläne abgefangen werden können. Neben dem reinen Personalaufwand sind die Pensionsrückstellungen (Aufwand für Altersversorgung) zu berücksichtigen sowie die sozialen Abgaben. Ein kalkulatorischer Unternehmerlohn wird dagegen nicht berücksichtigt. Um einen einheitlichen Vergleich zu ermöglichen, sollten daher bei GmbHs die Geschäftsführer-Gehälter von Gesellschaftern (= Unternehmerlohn) beim Personalaufwand herausgerechnet werden. Mögliche Gründe für eine Veränderung der Kennzahl
  • Lohnerhöhungen konnten in den Verkaufspreisen nicht weitergegeben werden.
  • Es wurde zusätzliches Personal eingestellt, das noch nicht ins „Verdienen“ gekommen ist (z. B. Forschungsabteilung, Marketing).
  • Es müssen in der Produktion vermehrt manuelle Tätigkeiten ausgeführt werden.
  • Personalabbau zugunsten einer erhöhten Automatisierung durch Maschinen war möglich.
  • Der Umsatz konnte verbessert werden und gleichzeitig mit dem Personal eine „NullRunde“ vereinbart werden.
nn

Berechnung

Formel: Personalaufwand × 100 ÷ Gesamtleistung (oder Umsatz)

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Die Personalaufwandsquote zeigt den Anteil der Personalkosten an der Gesamtleistung. In personalintensiven Branchen wie Beratung oder IT-Dienstleistungen ist sie der dominierende Kostentreiber. Eine steigende Quote kann auf Gehaltserhöhungen über der Produktivitätssteigerung, ineffiziente Personalstruktur oder sinkendes Umsatzwachstum hindeuten.

Praxisbeispiel

Ein Beratungsunternehmen mit 5 Mio. € Umsatz und 3 Mio. € Personalaufwand hat eine Quote von 60 %. Nach Einführung von BI-gestützter Projektsteuerung sinkt sie auf 55 %.

Benchmarks

IT-Beratung: 55–65 %. Produktion: 20–35 %. Handel: 10–20 %. Über 70 % in der Beratung ist ein Warnsignal.

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Produktive Gewinnverwendung I

Gewinnanteil verwendet für Investitionen in Anlagevermögen × 100: Gesamtgewinn
Die Aussage dieser Kennzahl ist augenscheinlich: Wie viel des erwirtschafteten Gewinns wird dazu verwendet, in Anlagevermögen zu investieren. Wer hier noch genauer in die Analyse einsteigen will – und dies sollte man tun –, der differenziert auch das Anlagevermögen. Wurde in Grundstücke und Gebäude investiert? In Beteiligungen, in Firmenkäufe, in Maschinen, in Betriebs- und Geschäftsausstattung, in den Fuhrpark? Wenn ja, mussten bestimmte Investitionen danach außerplanmäßig abgeschrieben werden? Mit der produktiven Gewinnverwendung treffen Sie natürlich implizit auch Aussagen zu Ihrer eigenen Zukunftseinschätzung und zum Finanzierungsgebaren im Unternehmen. Die Investitionen im Anlagevermögen, die aus eigenen Gewinnen finanziert werden, kann durch eine einfache „Gegenrechnung“ ermittelt werden: Wurde für die Investition Fremdkapital aufgenommen? Wurden Einlagen geleistet oder wurden Eigenkapital ähnliche Gesellschafterdarlehen gegeben, um die Investition zu finanzieren? Falls diese Fragen mit Nein beantwortet wurden, müssen die Investitionen aus Gewinnen finanziert worden sein. Interessant für einen Unternehmer ist hier natürlich auch, ob die Investitionen aus laufenden Gewinnen finanziert werden konnten oder aus solchen Gewinnen, die in Rücklagen „geparkt“ wurden, finanziert wurden. Hier sind auch steuerfreie Rücklagen mit in die Betrachtung einzubeziehen. Der Gesamtgewinn ist bei Kapitalgesellschaften direkt aus der Bilanz ablesbar. Bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen wird der Gewinn ermittelt durch Vergleich der Vorjahreswerte bei der Position Eigenkapital mit deren aktuellem Wert. Der Wert dieser Kennzahl verschlechtert sich, wenn
  • sich der Gesamtgewinn mindert
  • die Entnahmen oder Ausschüttungen sich erhöhen
  • sich bei Kapitalgesellschaften die Gehälter der Gesellschafter-Geschäftsführer erhöhen. Diese gehören zwar streng genommen nicht zum Gewinn, weil sie als Personalaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht werden, aus wirtschaftlicher Sicht sollten sie hier aber zum Gewinn dazu gerechnet werden.
  • der Fremdkapitalzins niedrig ist und sich deshalb eine (teure, weil aus versteuertem Einkommen geleistete) Eigenkapitalfinanzierung nicht lohnt.
Ihre Gegenmaßnahmen, um die Kennzahl zu verbessern
  • Gewinnsteigerung
  • Begrenzung der Entnahmen oder Ausschüttungen.
  • Bei Kapitalgesellschaften ist auch die Begrenzung der Entgelte für Gesellschafter-Geschäftsführer in Betracht zu ziehen.
Sinnvoll erscheint es, die Aussage dieser Kennzahl über die Eigenkapitalquote und Vermögensänderungen (Passiv-Tausch) zu verifizieren.nn

Berechnung

Formel: (Investitionen in Anlagevermögen + F&E-Aufwand) × 100 ÷ Jahresüberschuss

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Produktive Gewinnverwendung I misst den Anteil des Gewinns, der in substanzerhaltende und wachstumsfördernde Investitionen fließt. Hierzu zählen Sachinvestitionen, Technologieinvestitionen und Forschung und Entwicklung. Ein hoher Anteil sichert langfristige Wettbewerbsfähigkeit, kann aber kurzfristig die Ausschüttungsfähigkeit einschränken.

Praxisbeispiel

Von 800.000 € Jahresüberschuss fließen 320.000 € in neue BI-Infrastruktur und 80.000 € in Produktentwicklung. Produktive Gewinnverwendung I: 50 %. Der Rest wird als Rücklage oder Ausschüttung verwendet.

Benchmarks

Wachstumsunternehmen: 40–70 % produktive Verwendung. Reife Unternehmen: 20–40 %. Unter 20 % deutet auf Substanzverzehr hin.

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Produktive Gewinnverwendung II

Gewinnanteil verwendet für Investitionen in Umlaufvermögen × 100: Gesamtgewinn Wie viel Gewinn wurde für Investitionen ins Umlaufvermögen verwendet. Damit werden natürlich Aussagen auch zur Absatzsituation und zum Finanzierungsgebaren im Unternehmen gemacht. Um hier aussagekräftige Werte zu erhalten, sollte die Kennzahl nach (für das Unternehmen individuell wichtigen) Einzelpositionen des Umlaufvermögens unterschieden werden, also z. B.: Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe, Vorräte, halbfertige Erzeugnisse, Fertige Erzeugnisse, Forderungen aus Lieferungen und Leistung. Wer noch genauer einsteigen will – was auch hier anzuraten ist – der sollte vor allem bei Vorräten auf Veränderungen der Vorratsstruktur achten. Hier könnten Aussagen über Veränderungen des Portfolios gewonnen werden. Ebenso sollten strukturelle Veränderungen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistung analysiert werden. Der Wert dieser Kennzahl verschlechtert sich, wenn

  • sich der Gesamtgewinn mindert
  • der Absatz sich verschlechtert
  • die Entnahmen oder Ausschüttungen sich erhöhen
  • sich bei Kapitalgesellschaften die Gehälter der Gesellschafter-Geschäftsführer erhöhen. Diese gehören zwar streng genommen nicht zum Gewinn, weil sie als Personalaufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht werden, aus wirtschaftlicher Sicht sollten sie hier aber zum Gewinn dazu gerechnet werden.
  • der Fremdkapitalzins niedrig ist und sich deshalb eine (teure, weil aus versteuertem Einkommen geleistete) Eigenkapitalfinanzierung nicht lohnt.
  • Lieferanten großzügig auf Ziel liefern
Ihre Gegenmaßnahmen, um die Kennzahl zu verbessern
  • Gewinnsteigerung
  • Begrenzung der Entnahmen oder Ausschüttungen
  • Bei Kapitalgesellschaften ist auch die Begrenzung der Entgelte für Gesellschafter-Geschäftsführer in Betracht zu ziehen
  • Verminderung der Einkäufe
nn

Berechnung

Formel: (Rücklagenbildung für Investitionen + Schuldentilgung) × 100 ÷ Jahresüberschuss

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Produktive Gewinnverwendung II erfasst die indirekt wertsteigernde Gewinnverwendung: Rücklagenbildung für zukünftige Investitionen und Schuldentilgung zur Stärkung der Bilanzstruktur. Zusammen mit Typ I ergibt sich das vollständige Bild der Reinvestitionsquote. Eine konsequente Entschuldung verbessert die Eigenkapitalquote und schafft Spielraum für zukünftige Investitionen.

Praxisbeispiel

Von 800.000 € Gewinn werden 200.000 € als Investitionsrücklage und 100.000 € für Schuldentilgung verwendet. Produktive Gewinnverwendung II: 37,5 %. Zusammen mit Typ I (50 %) ergibt sich eine Gesamtreinvestitionsquote von 87,5 %.

Benchmarks

Gesamte produktive Gewinnverwendung (I + II): Wachstumsphase 70–90 %. Konsolidierungsphase: 50–70 %. Reifephase: 30–50 %.

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Unproduktive Gewinnverwendung

Gewinnanteil verwendet für unproduktive Zwecke × 100: Gesamtgewinn
Wie viel Gewinn wurde für unproduktive Zwecke verwendet wurde oder musste dafür verwendet werden. Unproduktive Zwecke sind beispielsweise:
  • Steuerzahlungen
  • Ausschüttungen
  • Entnahmen
  • Zuwendungen für Geschäftsführung und Belegschaft
  • Geschenke, Sponsoring, Spenden
Die Daten sind aus der Buchhaltung (Steuererklärungen und/oder Steuervoranmeldungen) sowie aus den Protokollen von Gesellschafterversammlungen oder Mitarbeiterberichten (Lohnbuchhaltung/Personalabteilung) zu erhalten. Der Gesamtgewinn ist bei Kapitalgesellschaften direkt aus der Bilanz ablesbar. Bei Personengesellschaften und Einzelunternehmen wird der Gewinn ermittelt durch Vergleich der Vorjahreswerte bei der Position Eigenkapital mit deren aktuellem Wert. Der Wert der Kennzahl verschlechtert sich, wenn
  • sich der Gewinn erhöht und dadurch höhere Steuern bezahlt werden müssen
  • höhere Steuern wegen einer steuerlichen Außenprüfung bezahlt werden müssen
  • Lohnsteuer oder Sozialversicherungsbeiträgen aufgrund einer Außenprüfung nachbezahlt werden müssen, wenn die betreffenden Arbeitnehmer nicht nachbelastet werden können
  • höhere Ausschüttungen oder Gewinnentnahmen
  • Sie sich am Shareholder Value orientieren
  • Sie sich sozialer ausrichten – ob sich diese unproduktive Verwendung lohnt, sollten Sie anhand einer Gegenprobe mit der Kennzahl „Mitarbeiterzufriedenheit“ prüfen.
Ihre Gegenmaßnahmen, um die Kennzahl zu verbessern
  • Steuerplanung
  • Nutzung von Steuervorteilen, z. B. Sonderabschreibungen
  • Begrenzung der Entnahmen oder Ausschüttungen
  • Abbau von
    • freiwilligen Entgeltbestandteilen, wie z. B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld
    • freiwilligen Sozialleistungen
Beachten Sie unbedingt den möglichen Nachholeffekt von Steuern, die in einer Periode gespart werden (Steuerstundungseffekt). Beachten Sie bei der Kappung von freiwilligen Sozialleistungen unbedingt auch die Auswirkungen auf die Mitarbeiterzufriedenheit und das Betriebsklima.nn

Berechnung

Formel: (Ausschüttungen + Rücklagen ohne Investitionscharakter) × 100 ÷ Jahresüberschuss

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Die unproduktive Gewinnverwendung zeigt, welcher Anteil des Gewinns nicht in wertsteigernde Investitionen fließt. Ein hoher Anteil kann die langfristige Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Die Balance zwischen Wachstumsinvestitionen und Ausschüttungen ist eine strategische Grundsatzentscheidung.

Praxisbeispiel

Von 500.000 € Jahresüberschuss fließen 350.000 € in Ausschüttungen und 50.000 € in Rücklagen ohne Investitionscharakter. Die unproduktive Gewinnverwendung beträgt 80 % — nur 20 % werden reinvestiert.

Benchmarks

Wachstumsunternehmen: unter 30 % unproduktiv. Reife Unternehmen: 40–60 %. Über 70 % signalisiert fehlende Wachstumsstrategie.

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Performance

(Wert der Beteiligung am Ende der Periode – Wert der Beteiligung am Anfang der Periode + Ausschüttungen) × 100: Wert der Beteiligung am Anfang der Periode
Performance bezeichnet allgemein das Maß für die Erfüllung einer vorgegebenen Leistung. Die Performance drückt also den gesamten Beteiligungserfolg aus. Ursprünglich sollte diese Kennzahl dazu dienen, den Erfolg von Investment-Managern zu verdeutlichen. Man kann sie aber auch sehen als Ausdruck der Leistung des operativen Management (= Wertzuwachs des Vermögens der Gesellschafter). Nicht berücksichtigt ist hier das zur Erzielung der Performance eingegangene Risiko. Deshalb konnten Performances für familiengeführte Unternehmen eine geringere kurzfristige Performance haben als fremdgeführte Unternehmen, die weniger auf Nachhaltigkeit achten. Der Wert der Beteiligung von nicht börsennotierten Unternehmen kann relativ einfach mit dem vereinfachten Ertragswertverfahren oder – bei anlageintensiven Unternehmen – mit dem sogenannten Stuttgarter Verfahren ermittelt werden. Beide Verfahren sind im Bewertungsgesetz geregelt, so dass zwar keine hundertprozentige Marktgängigkeit, aber eine gewisse Objektivität und Vergleichbarkeit auch bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen gewährleistet ist. Mit Hilfe der Performance-Kennzahlen können Sie das Ergebnis unterschiedlicher Kapitalanlagen in einer Performance-Rangliste Ihrem unternehmerischen Engagement gegenüberstellen. Um allerdings einen aussagefähigen Vergleich anstellen zu können, müssten Sie auch das Risiko, mit dem der Anlageerfolg erzielt wurde, in die Bewertung mit einbezogen werden. Der Wert der Kennzahl verschlechtert sich, wenn
  • der Zuwachs der Wertentwicklung sich verlangsamt
  • der Endwert unter dem Anfangswert liegt
  • die Ausschüttung sich vermindert oder ganz ausfällt
Sie sollten grundsätzlich
  • die Wertentwicklung Ihrer Beteiligung mit der des Gesamtmarkts vergleichen
  • die Risikoposition analysieren
  • die Zusammensetzung des Vermögens kritisch analysieren
  • die Ertragsentwicklung überprüfen
  • über Gewinnrealisationen nachdenken
  • die Erträge wenn möglich absichern
Die Performance-Kennzahl ist vor allem bei der Gründung eines Unternehmens respektive bei dessen Umstrukturierung wichtig.nn

Berechnung

Formel: Tatsächliches Ergebnis ÷ Geplantes Ergebnis × 100

Einheit: Prozent (Performance-Index)

Interpretation & Bewertung

Die Performance-Kennzahl vergleicht erreichte Ergebnisse mit gesetzten Zielen. Sie ist ein universeller Indikator, der auf verschiedene Bereiche angewendet werden kann: Umsatzperformance, Kostenperformance, Projektperformance. Ein Wert über 100 % bedeutet Übererfüllung, unter 100 % Zielverfehllung. Wichtig ist die Verknüpfung mit den richtigen Steuerungshebeln.

Praxisbeispiel

Ein Vertriebsteam hatte ein Quartalsziel von 500.000 € und erreichte 450.000 €. Performance: 90 %. Die Analyse zeigt: Neukundengeschäft bei 120 %, Bestandskunden nur bei 75 % — zwei gegenläufige Trends.

Benchmarks

90–110 % deutet auf realistische Planung. Unter 80 % dauerhaft: unrealistische Ziele oder strukturelle Probleme. Über 120 % dauerhaft: zu konservative Zielsetzung.

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Market Value added (MAV)

Marktwert des Unternehmens – Unternehmensvermögen (= Aktivseite der Bilanz abzüglich der Schulden)
Würde das Unternehmen verkauft werden, spräche man in solchen Fällen vom Firmenoder Geschäftswert, also dem Wert, den ein Käufer über die erworbenen positiven und negativen Vermögenswerte hinaus bereit wäre, für das Unternehmen zu bezahlen. Der MAV sagt also – auch ohne Verkauf – aus, wie viel Wert ein Unternehmen in einem bestimmten Zeitraum (z. B. seit Bestehen, pro Jahr im Durchschnitt oder im letzten Jahr) zusätzlich gewonnen hat. Der MAV stellt eine Größe dar, die die Differenz zwischen dem investierten Kapital und dem derzeitigen Marktwert des Unternehmens zeigt. Das Unternehmen muss also versuchen, den Unternehmenswert langfristig zu steigern. Es muss der Market Value added gesteigert werden. Der MAV kann allerdings nur für das gesamte Unternehmen berechnet oder geschätzt werden. Deshalb ist diese Kennzahl nicht für Entscheidungen/Beurteilungen im operativen Geschäft heranzuziehen. Der Marktwert besteht z. B. bei einer Aktiengesellschaft aus dem Börsenwert plus Finanzschulden (Bankverbindlichkeiten, Hypotheken, Anleihen). Bei nicht börsennotierten Unternehmen kann der Wert des Unternehmens nach dem vereinfachten Ertragswertverfahren oder bei anlageintensiven Unternehmen nach dem Stuttgarter Verfahren ermittelt werden. Beide Verfahren sind im Bewertungsgesetz geregelt, so dass zwar keine hundertprozentige Marktgängigkeit, aber eine gewisse Objektivität und Vergleichbarkeit auch bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen gewährleistet ist. Der Wert der Kennzahl verschlechtert sich, wenn
  • der Marktwert des Unternehmens gesunken ist, das Geschäftsvermögen aber gleich geblieben ist oder sich erhöht hat.
  • keine Innovationen stattgefunden haben
  • bei Auslaufmodelle bei den Produkten
  • kaum Know-how vorhanden ist
  • die Personalstruktur überaltert ist
  • die Kostenstruktur schlecht ist
  • es keinen potenziellen Unternehmensnachfolger gibt,
  • es keinen potenziellen Käufer gibt
  • die Öffentlichkeitsarbeit (Public Relations) vernachlässigt wurde
Handlungsempfehlungen
  • neue Produktionswege installiert.
  • neue Produkte
  • neue Patente
  • verbessertes Know-how
  • verbesserte Kostenstruktur
  • Steigerung des Shareholder Value.
  • Unternehmensnachfolge stabilisieren (Management-Buy-in oder Management-Buyout).
nn

Berechnung

Formel: Marktwert des Unternehmens − Investiertes Kapital (Eigen- + Fremdkapital)

Einheit: Euro

Interpretation & Bewertung

Der Market Value Added misst die Differenz zwischen dem Marktwert eines Unternehmens und dem gesamten investierten Kapital. Ein positiver MVA bedeutet, dass das Management mehr Wert geschaffen hat als Investoren eingesetzt haben. Er ist das kumulative Gegenstück zum EVA und spiegelt die Markteinschätzung der zukünftigen Wertschöpfungsfähigkeit wider.

Praxisbeispiel

Ein börsennotiertes Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von 800 Mio. € plus 200 Mio. € Fremdkapitalmarktwert. Investiertes Kapital: 600 Mio. €. MVA = 1 Mrd. − 600 Mio. = 400 Mio. €.

Benchmarks

Positiver MVA ist das Ziel. Top-Technologieunternehmen erreichen MVA-Multiplikatoren von 3–10x des investierten Kapitals.

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Economic Value added (EVA)

(Geschäftsergebnis – Kapitalkosten): Investiertes Gesamtkapital
Die Kennzahl gibt Ihnen Auskunft darüber, ob Sie die Kapitalkosten verdient werden. Es ist auch eine Zuordnung zu einzelnen Sparten bzw. Projekten in einem Unternehmen möglich, was die Aussagekraft der Kennzahl auch für das operative Geschäft nützlich macht. Der Economic Value added gehört zu den renditeorientierten Verfahren der Unternehmenswertentwicklung. Es werden Periodenrenditen den Kapitalkosten gegenübergestellt. Der Wert der Kennzahl verschlechtert sich, wenn
  • die Periodenrendite sinkt
  • Umsätze einbrechen
  • Kapitalkosten steigen
  • Mehr Kapital aufgenommen werden muss, z. B. zur Finanzierung von Innovationen
Wenn möglich, sollte der Umsatz gesteigert werden. Auch die Kapitalkosten sollten gesenkt werden, z. B. durch Umschulden (Dept-Equity-Swap, also dem Umschulden von Fremd- in Eigenkapital) und/oder Umschichtung von festverzinslichen in gewinnabhängige Darlehen (z. B. stille Gesellschaft, partiarische Darlehen).nn

Berechnung

Formel: NOPAT − (Investiertes Kapital × WACC)

Einheit: Euro

Interpretation & Bewertung

Der EVA misst, ob ein Unternehmen mehr verdient als seine Kapitalkosten. Ein positiver EVA bedeutet echte Wertschöpfung — das Unternehmen verdient mehr als Eigen- und Fremdkapitalgeber fordern. Ein negativer EVA vernichtet Shareholder Value, selbst wenn Gewinne ausgewiesen werden.

Praxisbeispiel

Ein Unternehmen erzielt 800.000 € NOPAT bei 5 Mio. € investiertem Kapital und 10 % WACC. EVA = 800.000 − 500.000 = 300.000 €. Das Unternehmen schafft Wert über die Kapitalkosten hinaus.

Benchmarks

EVA-Spreads über 3 % gelten als wertschaffend. Technologieunternehmen erreichen oft 5–15 %.

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EBIT/EBITDA

Jahresüberschuss bereinigt um einen außerordentlichen Ertrag oder Aufwand und vor dem Zinsaufwand/-ergebnis, vor Steueraufwand zuzüglich der Abschreibungen auf Sachanlagen und Amortisation auf immaterielle Anlagen Die Kennzahlen EBIT/EBITDA (Earnings before Interests, Taxes/Depreciation and Amortization) sagen aus, wie profitabel ein Unternehmen im Vergleich zu anderen Unter nehmen arbeitet. Da insbesondere die Positionen der Abschreibungen stark differieren können, ist anzuraten mit dieser Kennzahl nur Vergleiche innerhalb derselben Branche vorzunehmen. Der Wert der Kennzahl verschlechtert sich, wenn

  • Abschreibungen ausgelaufen sind
  • der operative Gewinn geringer als früher ausgefallen ist
  • der Steueraufwand sich reduziert hat
Der Wert der Kennzahl verbessert sich, wenn
  • die Firma einen Mitbewerber übernommen hat
  • sich der operative Gewinn verbessert hat
  • in den Anlagebereich investiert wurde
  Dividiert man beispielsweise EBITDA durch den Geschäftsumsatz, lässt sich eine Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen auch prozentual herleiten.nn

Berechnung

Formel: EBIT = Jahresüberschuss + Steuern + Zinsen. EBITDA = EBIT + Abschreibungen

Einheit: Euro

Interpretation & Bewertung

EBIT und EBITDA machen die operative Ertragskraft vergleichbar — unabhängig von Finanzierungsstruktur, Steuerjurisdiktion und Investitionszyklen. EBITDA eignet sich besonders für den Vergleich kapitalintensiver Unternehmen. Die EBITDA-Marge (EBITDA ÷ Umsatz) ist eine der meistverwendeten Kennzahlen in der Unternehmensbewertung und bei M&A-Transaktionen.

Praxisbeispiel

Ein BI-Beratungsunternehmen mit 3 Mio. € Umsatz weist ein EBIT von 450.000 € (15 % Marge) und ein EBITDA von 520.000 € (17,3 % Marge) aus. Die Differenz von 70.000 € entspricht den Abschreibungen auf Software und Büroausstattung.

Benchmarks

IT-Beratung EBITDA-Marge: 15–25 %. SaaS: 20–40 %. Fertigung: 10–20 %.

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Return on Invested Capital (ROIC)

EBIT × Steuersatz: Bilanzsumme minus Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistung
Diese Kennzahl ist unabhängig von Kapital, das Investoren oder Banken der Firma zur Verfügung stellen. Entscheidend ist also, wie viel Geld das Unternehmen im operativen Bereich verdient, wobei eine Vergleichbarkeit mit anderen Unternehmen durch einen einheitlich anzuwendenden Steuersatz hergestellt wird. Der ROIC gibt einem potentiellen Investor die Auskunft, ob es sich lohnt in die Firma zu investieren oder sein Kapital besser am Aktienmarkt direkt anzulegen ist. Der ROIC sollte also auf jeden Fall höher sein als die Rendite einer mittelfristigen Bundesanleihe. Die Kennzahl verschlechtert sich, wenn
  • in Projekte, die unrentabler sind als das Stammgeschäft, investiert wurde
  • neue Investitionen überwiegend mit Krediten finanziert wurden
Um die Kennzahl zu verbessern, sollten Sie
  • die Gewinnsituation des Unternehmens verbessern
  • unrentablen Betriebsteilen abstoßen
  • Verbindlichkeiten abbauen
nn

Berechnung

Formel: NOPAT × 100 ÷ Investiertes Kapital

Einheit: Prozent

Interpretation & Bewertung

Der ROIC misst die Rendite auf das gesamte im Unternehmen eingesetzte Kapital — unabhängig von der Finanzierungsquelle. Ein ROIC über den gewichteten Kapitalkosten (WACC) bedeutet Wertschöpfung. Warren Buffett betrachtet den ROIC als eine der wichtigsten Kennzahlen für langfristige Unternehmensqualität.

Praxisbeispiel

Ein Softwareunternehmen erzielt 1,2 Mio. € NOPAT bei 6 Mio. € investiertem Kapital. ROIC = 20 %. Bei WACC von 8 % schafft das Unternehmen einen deutlichen Wertbeitrag.

Benchmarks

Technologie/Software: 15–30 %. Beratung (kapitalarm): 25–50 %. Fertigung: 8–15 %.

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